Mai 302012
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In einer fast einstündigen PixelBrunch-Episode geben Sven und Felix ihren Senf zur durch Christian Schmidt entfachten Journalismus-Debatte der Gaming-Szene ab. Dabei sind wir um keinen kritischen Kommentar zu den Qualitätsvorstellungen von Redakteuren und Lesern verlegen, geizen aber auch mit Anregungen und Querverweisen zu Film und Literatur nicht. Kommentare sind wie immer gern gesehen – viel Spaß beim Hören!
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Featuring: Kow Otani mit A Despair-filled Farewell aus dem Soundtrack zu Shadow of the Colossus
Links zu dieser Episode
- Download: PixelBrunch 004 – Vom Test zur Kritik
- RSS-Feed: PixelBrunch-Podcast
- Extra-Credits: Game Reviews
- GEE – Love * For * Games
- PixelBrunch-Kolumne: Retourkutsche für Petra Fröhlich (inkl. Kommentar von Petra Fröhlich)
- PixelBrunch-Kolumne: Die GEE ist auch keine Lösung
- SPIEGEL ONLINE: Mehr Geist bitte, liebe Games-Tester
- GameOne-Plauschangriff: Storytelling Teil 1
So, hab mir jetzt alle vier Podcasts angehört. Mir fehlt eigentlich bei allen ein wenig die Struktur. Besonders bei so einem langen Podcast bleibt dem Hörer wenig in Erinnerung, wenn so aufs Geratewohl losdiskutiert wird. Zumindest mir fällt es jetzt schwer, eine vernünftige Kritik zum aktuellen Podcast zu verfassen, obwohl ich ihn soeben angehört habe.
Ich verbleibe also nur mit einem “Ich bin gespannt, wie ihr das im nächsten Podcast umsetzt.”
(wie gehabt, Kommentar entsteht so nebenher…)
01:55 – Das mit dem Wort “gehoben” ist so eine Sache. Denn auch wenn man eine Rezension (ich mag dieses Wort selber etwas mehr als das “Kritik”, da dieses zumindest in meinen Ohren einen leicht negativen Klang hat) schreiben will, die nicht so geistlos hingerotzt ist wie in den meisten 08/15-Games-Magazinen ist auch keinem geholfen, wenn man mit diesem Anspruch über das Ziel hinausschießt.
04:30 – Mit der GEE geht’s mir ähnlich wie dem Sven. Ich muss aber auch sagen, dass die GEE seit der Formatumstellung (oder kann es sein, dass die das Format nochmal geändert haben und wieder “richtige” Hefte verkaufen) mir vom Preis/Leistungs-Verhältnis nicht mehr ganz so getaugt hat. Dazu sei gesagt, dass ich auch kein regelmäßiger Leser bin. Ich kaufe mir die GEE nur selten.
Ich selber schwenke ja meistens zu Eurogamer rüber und lies mir mal da die Rezensionen durch, falls ich zu einem Spiel noch sowas wie eine zweite Meinung brauche (auch wenn die da mittlerweile auch zu sehr die Einzelkomponenten runterrattern).
06:00 – Wenn ich in ein paar alte Nintendo Fun Vision-Ausgaben blicke habe ich sogar eher das Gefühl, dass sich der Journalismus seitdem etwas zurückentwickelt hat.
06:38 – Warum werden bei solchen Aufzählungen von “Cleveren-Spielen-die-aus-der-Masse-herausstechen” die paar Spiele, die ich auch gespielt habe, fast immer vergessen (soll heißen, Shadow of the Colossus und ICO)? Dass ist jetzt aber weniger ein Vorwurf an Euch als wie an das Universum an sich.
*hört weiter*
Oh, Ihr erwähnt ja Shadow of the Colossus. Insoweit jammer ich umsonst rum. Aber naja, dass mach ich ja gerne. XD
22:00 – Ich sehe hier auch das Problem, dass sich Tester gerne an kleinen Dingen aufhängen, die im Kontext des Spiels eigentlich gar nicht problematisch sind. Die N-ZONE hatte beispielsweise in dem Test zu Harry Potter und die Kammer des Schreckens (GameCube) bemängelt, dass Harry z.B. “von selbst” (soll heißen, nur mittels eines einzigen Knopfdrucks) durch enge Gänge kriecht. Da besagte Gänge jedoch eigentlich immer durch Zimmerwände führen (und die sind auch in Hogwarts nicht dicker als wie bei uns zum Beispiel) entzieht es sich auch meines Verständnisses, warum man noch mehr als A drücken hätte tun sollen, um durch den verdammten Schacht zu kriechen.
23:30 – Den Ansatz mit der Zielgruppe kann ich so aber nicht ganz teilen. Selbst wenn die Zielgruppe “nur” Teenager sind ist das keine Entschuldigung für die Qualität der Texte. Freilich erwarte ich dann jetzt keine Essays von Magazinen wie der N-ZONE, aber verlangt man jüngeren Generationen an Videospielern zuviel, etwas (in Ermangelung eines besseren Wortes) intelligentere Artikel zu lesen?
Diese Definition der Zielgruppe erinnert mich an ähnliche Probleme mit Kinderserien. Nur weil eine Serie in erster Linie für Kinder konzipiert wird, heißt das nicht unbedingt, dass man keinen Effort darin investieren muss, wie anspruchsvoll oder unterhaltsam zu machen. Dabei müssen sie auch nicht unbedingt wie Alfred J. Quack ernsthafte Themen in einer für Kinder verständlichen Form präsentieren, sie können auch einfach in solchen Dingen wie Skript und Konzept auch einfach gut geschrieben sein (ich vermute mal, dass wegen solchen Dingen auch My Little Pony – Friendship is Magic ja auch so eine enorm große Fanbasis jenseits der 6 bis 12-jährigen Mädchen hat)
25:06 – Beim Arzt im Wartezimmer lese ich für gewöhnlich den Stern oder dergleichen (und nein, dass sage ich jetzt nicht nur um intellektuel zu wirken).
47:45 – Ich glaub ich weiß wenn Du da so meinst…
49:20 – Ich würde alternativ ein Pen’n'Paper-Rollenspiel vorschlagen. ;D
Aber auf jeden Fall wieder ein sehr unterhaltsamer Podcast. Ich hatte meine Freude, euch beim Labern zuzuhören.
Zum Thema Außenwirkung von Videospielen: Ich glaube nicht, dass die Videospiel Fachpresse auch nur einen Funken Einfluss darauf hat, welches Bild die Gesellschaft von Videospielen oder Videospielern hat. Es ist völlig egal wie eine Videospielzeitschrift aussieht, denn sie spricht nur ihr bestimmtes Klientel an.
Wenn sich jemand nicht für Videospiele interessiert, dann wird er bei dem Zeitschriftenhändler seines Vertrauens auch nicht in die Rubrik Computer- und Videospiele schauen und sich darüber Gedanken machen, was für Leute wohl so eine Zeitschrift kaufen würden. Die Leute schenken diesen Zeitschriften dann genauso wenig Beachtung, wie ich einer Zeitschrift über Motorräder oder Tatowierungen.
Die deutsche Videospiel Fachpresse ist da viel zu unbedeutend, als dass sie überhaupt irgendeinen Einfluss ausüben könnte. Am negativen Bild über Videospieler sind doch genau solche RTL Reportagen wie über die Gamescom schuld. Jetzt müsste man dann darüber reden wie es zu einem solchen Bild in erster Linie kam, wie lange es diese Klischees schon gibt, usw. aber ich will eigentlich nur darauf hinaus, dass die Fachpresse darauf keinerlei Einfluss genommen hat und in meinen Augen auch nie nehmen wird.
Ein Videospiel Magazin xy kann niemals die öffentliche Meinung beeinflussen, wie es zum Beispiel eine Bild Zeitung oder ein Fernsehsender in großem Stil tun könnte, da der Teil der Öffentlichkeit den ein derartiges Magazin erreicht niemals groß genug wäre. Selbst wenn es das “perfekte” Videospiel Magazin geben würde, dann würde dieses Magazin zu keiner nennenswerten Veränderung der Außenwirkung von Videospielen beitragen können.
Es würde nur Leute wie uns zufriedenstellen, die mit der aktuellen Situation der deutschen Fachpresse unzufrieden sind und diejenigen verärgern, die mit einem anderen Ansatz über Videospiele zu reden, nichts anfangen können.
Vielleicht noch ein kleiner Denkanstoß zum Thema “Vergleich von Videospielen und Filmen”: Anders als bei Filmen, die jeder Mensch ansehen kann ohne irgendwelche Fähigkeiten mitzubringen, sind Videospiele für den nicht spielenden Teil der Öffentlichkeit schwer zu verstehen und eben nicht so leicht zu erklären. Außerdem kann jeder der einen Fernseher besitzt – und das tun die meisten – auch Filme im Fernsehen ansehen, ohne dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen zu müssen. Alternativ kann man auch noch ins Kino gehen.
Eine Konsole oder einen Handheld, oder sei es meinetwegen ein Smartphone, besitzt aber eben nicht fast jeder, es hat daher auch nicht jeder unbedingt die Möglichkeit mal eben ein Videospiel auszuprobieren. Vielleicht kann man das in vielen Jahren tun, wenn die Technik weiterhin so voranschreitet wie bisher und es auch irgendwann keine Generation mehr gibt, die nicht mit Videospielen aufgewachsen ist, aber in absehbarer Zeit wird das nicht passieren.
Es ist aus diesen Gründen daher fraglich, ob man bei Videospiele mit den gleichen Maßstäben messen kann wie bei Filmen oder Büchern (auf die ähnliches zutrifft wie auf Filme). Der Videospielszene würde eine Änderung des aktuellen Zustandes der Fachpresse sicherlich gut tun, aber sich davon auch etwas für die Außenwirkung der Videospiele zu erhoffen ist reines Wunschdenken. So etwas kann erst dann passieren, wenn Videospiele einen ähnlichen Status in der Gesellschaft hätten, wie Filme oder Bücher.
Die große Frage ist nur wie lange es dauert bis dieser Zustand erreicht ist und ob man ihn überhaupt je erreichen wird.
Jetzt hab ich doch einiges mehr gesagt als ich eigentlich sagen wollte und vielleicht auch ein bißchen weit ausgeholt, aber ich glaube trotzdem, dass das recht gut zum aktuellen Podcast Thema passt.
Gruß
Fux
Hallo,
mal kurz ein kommentar zum Podcast. habe den vierten noch nicht gehört, dafür die anderen drei. Mir gefällt das Ganze bisher sehr gut. Die teilweise kritisierte, nicht groß vorhandene Struktur erachte ich ehrlich gesagt als Vorteil: Zuviele Podcasts versteifen sich zu schnell auf ein Abklappern von Rubriken oder einen Schnelldurchlauf von Spielen. Ich mag ausschweifende (und teils auch mal abschweifende) Plaudereien. Gerade bei Other M fand ich es spannend, dass man 45 Minuten lang Interessantes über ein Spiel sagen kann, ohne groß auf die Spielmechanik einzugehen. Die kennt ohnehin jeder interessierte Gamer. Aufregender sind da doch kontroverse Meinungen. Das habt ihr, denke ich, ganz gut erfüllt.
Auch die eher unkonventionelle Themenwahl, die sich eben nicht nur bestimmte Spiele, Genres oder Thematiken vornimmt, sondern bestimmte “Sachkomplexe”, finde ich erfrischend.
Höre jedenfalls interessiert weiter.
Weiter so.